4-Trails 2013, Stage 1 – Report

4-Trails Stage 1: 10.07.2013 (Garmisch-Partenkirchen to Ehrwald, 36,3 km, 2410 HM)

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1 Ehrwald

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What a day! 4-Trails 2013, Stage 1 – Report weiterlesen

4-Trails 2013, Stage 2 – Report

4-Trails Stage 2: 11.07.2013 (Ehrwald to Imst, 45,3 km, 2723 HM)

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2 Gruensteinscharte

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Toughest stage of my life! 4-Trails 2013, Stage 2 – Report weiterlesen

4-Trails 2013, Stage 4 – Report

4-Trails Stage 4: 13.07.2013 (Landeck to Samnaun, 48,5 km, 2940 HM)

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4 Ochsenscharte

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Longest stage of my life (so far…)! 4-Trails 2013, Stage 4 – Report weiterlesen

4-Trails 2013, Stage 3 – Report

4-Trails Stage 3: 12.07.2013 (Imst to Landeck, 33,6 km, 1844 HM)

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3 Glanderspitze

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Today was my day!

Today’s stage started at 08:00 o’clock in the morning, since stage three is the stage to get some rest: Just 33,6 km with an elevation gain of 1.800 and a likewise loss of elevation… :o) My legs felt good. I obviously recovered well despite being totally burned out the day before. 4-Trails 2013, Stage 3 – Report weiterlesen

Biggesee-Halbmarathon 2013

Streckenlänge: 21,8 km

Aufstieg: 420 HM, Abstieg: 420 HM

Einstufung: schöner Landschaftslauf

Besonderheit: teilweise Trails

Punkte

Höhenprofil (Höhe in Metern, Distanz in Kilometern):

biggesee hoehenprofil

Punkte

Extremer Trainingslauf…

Der TV-Attendorn rief in diesem Jahr zum dritten Mal zum Biggesee-Marathon auf. Eigentlich eine Schmach, dass ich durch nicht passende Trainingspläne bislang nicht den Weg in die Nachbarstadt gefunden hatte, aber dieses Jahr passte der Halbmarathon zeitlich gut in meinen Trainingsplan für den Alpen-Etappenlauf 4-Trails. Als harte Einheit sollte sich die Halbmarathonstrecke an knapp 100 Trainings-km der Vorwoche anschließen. Richtig erholt konnte ich nach einem Tag Pause also nicht an den Start gehen…

Begleitet von meiner Familie fuhr ich also ohne große Ambitionen (vielleicht könnte ich zumindest unter die ersten 20 laufen) über die Nordhelle ins benachbarte Attendorn, genauer gesagt zur Waldenburger-Bucht, in der sich Start und Ziel befinden. Schnell und unkompliziert wurde die Nachmeldung ausgefüllt und anschließend über die Marathon-Messe gebummelt und am Salomon-Stand die neuesten Produkte inspiziert. Der Fellraiser scheint ein echter Kracher zu werden; außerdem kommt in Kürze auch noch ein Sense-Schuh mit Speedcross-Sohle in auf den Markt.

Nach dem mein Sense Mantra beim Rheinsteig dabei war, durfte an der Bigge mein Asics Fuji Trainer 2 mitlaufen. Eine gute Entscheidung, da der Schuh gut mit allen Streckenabschnitten klar kam.

Nach ein paar Minuten Warmlaufen stellte ich mich vorne in den Startbereich und pünktlich um 14:30 Uhr ging es los.

bigge 1

Einige hundert Meter längs die Bigge werden einem zum Einrollen gegönnt, dann geht es links in den steilsten und längsten Anstieg. Meine Beine fühlten sich von den Vortagen zwar etwas schwer an, im Anstieg konnte ich aber direkt an ein paar Startern vorbeiziehen. Oben angekommen folgte die Strecke Wirtschaftswegen über den Höhenrücken, begleitet von einem stetigen Auf und Ab. In den Anstiegen hatte ich immer wieder mal eine 180 HF auf der Uhr, also war ich schon ziemlich am Anschlag.

Nachdem ich im welligen Teil mehrere Teilnehmer kassiert hatte – meine Form schien also ganz gut zu sein – ging es plötzlich rechts auf einen Trail ab. Herrlich! Wurzeln, Matsch, Steine. Perfekt. Am Ende des Trails wunderte ich mich über das Schild „Achtung! Olaf!“, nur um kurz darauf an meinem P-Weg-Teamkollegen Olaf vorbeizurennen, der verletzungsbedingt leider nur am Rand stehen konnte.

Wirtschaftswege führten uns hinab Richtung Helden  und mündeten auf eine kleine Feldstraße. Mit der angenehmen 20° C Außentemperatur hatte es sich dann erledigt, und bei gefühlt 30° C quälte ich mich durch die schattenlosen Felder. Einem unangenehmen Anstieg links hinauf folgte oben auf einer Freifläche unangenehmer Gegenwind. Von den Marathonteilnehmern rief mir jemand zu: „Du liegst auf Platz 7“. Hui. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Nach einigem Bergauf und Bergab hätte ich fast (aber nur fast) die Burg Schnellenberg übersehen, um die die Strecke herumführt. Hinter dem Tor, das zur Burg hinaufführt, folgten wir einem schönen Trail hinab Richtung Tal. Im Tal verlief die Strecke dann über einen Radweg, der das Läuferfeld mit kontinuerlich leichter Steigung zurück Richtung Biggedamm führte. Ich war ziemlich am Anschlag und war mittlerweile noch von zwei Läufern überholt worden.

Endlich kam das „Letzte 1000 m“ Schild in Sicht und ich quälte mich mit hohem Puls über den nicht enden wollenden Biggedamm zum Ziel. 1:36:40 h gesamt! Platz 9 (von 150 Männern und ingesamt 200 Finishern) und 2. in AK 35. Wow. Das hätte ich im Vorfeld nicht gedacht. Mit einer durchschnittlichen HF von 175 war ich knapp über meiner individuellen anaeroben Schwelle unterwegs und damit ziemlich am Anschlag. Die zwei vor mir Laufenden, auf dem Biggedamm, hatte ich als 10 km Läufer eingeordnet und deshalb nicht mehr angezogen. Platz 7 wäre also locker drin gewesen. Selbst der 5. Platz war greifbar, da mich lediglich 40 Sekunden davon trennten. Aber was soll es, schließlich war es eh „nur“ ein Trainingslauf.

bigge 2

Der Trainingsplan für die 4-Trails scheint voll aufzugehen und so starte ich morgen für mein letztes 2-stündiges Training in den Wald (also  >Halbmarathon). Ich werde es aber etwas langsamer gehen lassen… :o)

Der TV-Attendorn hat eine tolle Veranstaltung etabliert. Schön, dass es in direkter Nachbarschaft eine solche Ergänzung zum P-Weg gibt! Die Organisation und Verpflegung war gut. Die Ausschilderung hätte an manchen Stellen mit Kalkspray besser sein können. Bei den Höhenmetern habe ich barometrisch 420 statt der angegebenen 300 gemessen. Alles Kleinigkeiten. Wenn es zeitlich passt, dann bin ich nächstes Jahr wieder dabei!

P.S.: Für die 1.800 verbrannten kcal gab es in Herscheid bei unserer Eisdiele erst mal direkt ein leckers Spaghetti-Eis. Mit Sahne. :o)

Für Interessierte: Anbei noch die Diagramme aus meiner Polar RS800CX RUN. Rot = Herzfrequenz, dunkelrot = Höhe, blau = Pace.

biggesee hf

Salomon Sense Mantra

sense mantraNachdem in jüngerer Vergangenheit Trailschuhe und Leichtigkeit immer weniger Widerspruch in sich geworden sind, habe ich mir  ein neues Trail-Leichtgewicht (245 g) von Salomon zugelegt.

Mein neues Mantra ist nun: „Laufe mit dem Mantra!“… ;o)

Der Sense Mantra hat für Salomon einen relativ flachen Aufbau, bei einer Sprengung von 6 mm. Da ich mich immer an dem gefühlt hohen Aufbau des Speedcross ein wenig gestört habe, da Höhe meines Erachtens nach die Gefahr des Umknickens birgt (auch wenn ich den Speedcross wirklich gerne laufe), hat Salomon damit genau meinen Wunsch erhört. :o)

Die Dämpung ist ausgewogen, nicht zu weich und nicht zu hart. Der Schuh gibt gutes Bodengefühl und animiert durch die dünne Sohle und die niedrige Sprengung zum schnellen Laufen. Auf jedem Bodenbelag macht der Schuh eigentlich ein sehr gutes Gesicht: Forstweg, Trail, Wurzeln, steinige Abschnitte, Matsch. Ich konnte noch keine wirklichen Schwächen feststellen. In tiefster Mocke würde ich dem Speedcross den Vorzug geben, sonst aber eher den Mantra bevorzugen. Asphalt verzeiht der Schuh ganz gut. Ein paar km zwischendurch sind kein Problem.

Ich habe den Schuh bislang von 10 bis 34 km ausgeführt und kann bisher sagen, dass der Schuh auch für noch längere Strecken geeignet ist. Ich werde ihn mit zu den 4-Trails nehmen.

Das Quicklace-Schnürsystem ist gewohnt gut und über die Haltbarkeit kann ich mich auch bislang nicht beklagen.

Insgesamt hat Salomon mit dem Schuh eine Trail-Rakete geschaffen, in der ich total gerne unterwegs bin und die sicher einen festen Platz in meinem Regal finden wird! Wer bislang mit größerer Sprengung unterwegs war, sollte sich an längere Strecken vorsichtig herantasten, sonst zwickt es vielleicht in den Waden.

Rheinsteig-Extremlauf 2013, 34 km mit 1200 HM

Streckenlänge: 34 km

Aufstieg: 1200 HM, Abstieg: 1150 HM

Einstufung: schöner, aber sehr anstrengender Landschaftslauf

Besonderheit: überwiegend Trail!

Fotos: Michaela Claus, Matthias Gau und Eventfotografie24.de! Vielen Dank!

Punkte

Höhenprofil (Höhe in Metern, Distanz in Kilometern):

rheinsteig_hoehenprofil

Punkte

Extremlauf extrem

Der Rheinsteig-Extremlauf ist mit 34 km und 1.200 Höhenmetern nichts für Untrainierte und fordert generell schon ein paar Körner von seinen Teilnehmern ab. Dieses Jahr allerdings war ein besonderes Jahr und der Zusatz Extremlauf hat eine neue Bedeutung bekommen.

Da der Wonnemonat Mai in Nordrhein-Westfalen sprichwörtlich ins Wasser gefallen war und auch die Vortage zum Rheinsteig-Extremlauf durch häufige und ergiebige Niederschläge geprägt waren, hatten die Veranstalter wenige Tage vor dem Lauf bereits auf sehr matschige Streckenverhältnisse hingewiesen. Der Lauf sollte dennoch stattfinden. Aus meinem jugendlichen Leichtsinn heraus dachte ich noch: „Vor drei Jahren hat es doch auch geregnet. Schlimmer wird es schon nicht werden.“. Doch es kam anders:

rhex matsch klein 

Der Wetterbericht der einschlägigen Wetterdienste sollte ausnahmsweise Recht behalten und nach einem zwar kalten, aber sonnigen Samstag setzte in der Nacht zum Sonntag ergiebiger Dauerregen ein. Nachdem ich mich um 4:30 Uhr aus dem Bett gequält und gefrühstückt hatte und der Blick ins Regenradar auch wenig Hoffnung auf besseres Wetter machte, war bereits die Anfahrt nach Bonn von daumendickem Regen geprägt. Bei der Ankunft 8°C Lufttemperatur. Super… Nachdem ich schnell die Startunterlagen im Telekom-Campus eingesammelt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Insel Grafenwerth in Bad Honnef, um das Auto am Ziel zu parken. Mit dem Bummelzug und vielen Sportlern ging es dann zurück zum Start nach Bonn.

Ich hatte mich bereits während der Fahrt dazu entschlossen mit meiner Marmot „Regenjacke“ zu laufen; dazu kurze Hose mit Kompressionsstulpen und den Salomon Sense Mantra als Schuh. Auch meinen Rucksack mit Getränken hatte ich zu Trainingszwecken für die 4-Trails auf den Rücken geschnallt.

Ich war überrascht wie viele Teilnehmer sich bei dem Wetter nach Bonn begeben hatten! Ich hätte mit deutlich mehr Verweigerern gerechnet. Im Startbereich hatte ich einen netten Plausch mit Christian, den ich bereits aus dem letzten Jahr kannte, und der auch mein regelmäßiger Wegbegleiter während des Laufs sein sollte.

rhex start klein

Pünktlich um 8:00 Uhr fiel der Startschuss. Fast wären alle geradeaus gelaufen und nur beherzte Rufe der Streckenposten brachten uns nach links, in die richtige Richtung, auf die Strecke. Ich hatte mich weit vorne einsortiert und musste nicht wie im letzten Jahr das halbe Feld überholen. Nach dem kurzen Stück Bonner Straßen zum „Einrollen“ ging es in den ersten Anstieg und über glitschige Treppen. Hmm. Irgendwie fühlte ich mich jetzt schon komisch. Sollte ich tatsächlich einen schlechten Tag erwischt haben? Die Trainingsform der vergangenen Wochen war doch so gut gewesen?!

Oben angekommen, war im anschließend welligen Profil leichtes Verschnaufen angesagt. Bereits hier war der Zustand der Strecke zu erkennen. Durchgehend Matsche, immer wieder Pfützen, rutschige Wurzeln. Heute war also aufpassen angesagt.

Bei den Weinbergen von Dollendorf zeigte sich ein wenig das Rheinpanorama unter stark verhangendem Himmel und stetigem Regen. Kurz genießen, denn nach ein paar Kilometern würde der fiese Anstieg zum Petersberg kommen.

rhex petersberg kleinBeim Anstieg zum Petersberg hatte sich das Feld bereits weitgehend sortiert und ich war mehr oder weniger alleine unterwegs. Der Anstieg fiel mir total schwer und ich musste die letzten 200 Meter in den Spaziergängermodus schalten, was ich mir zu dem Zeitpunkt nicht wirklich erklären konnte. Das Flachstück, um die ehemalige Residenz des Bundes herum, konnte ich nutzen, um die Herzfrequenz wieder zu stabilisieren. Es schüttete wie aus Eimern und bei dem feuchtkalten Wetter taten mir die Helfer an den Verpflegungsstationen wirklich Leid. Wir durften uns immerhin bewegen…

Der folgende Abstieg vom Petersberg hatte es wirklich in sich. Mocke total. Obwohl der Salomon Sense Mantra eigentlich schon gut auf Matsch läuft, musste ich zwischenzeitlich einige akrobatische Einlagen bringen, um nicht der Länge nach in selbigem zu landen. Naja, schult die Koordination… :o) Bei dem Matsch wäre ein Snowcross die bessere Wahl gewesen.

Ein Streckenposten wieß uns plötzlich um eine scharfe Linkskurve und sagte „Achtung matschig!“. Ich dachte noch „Ach, ist ja mal was Neues?!“. Aber er hatte Recht… Die folgenden 20-30 Meter ging es durch mehr als knöcheltiefen Matsch, der mit ein paar Mal fast die Schuhe vom Fuß saugte. Spätestens jetzt waren auch die Zwischenräume der Zehen komplett nass…

Während des Laufs wechselte sich starker Regen von oben mit starkem Regen von der Seite, starkem Regen von links oder rechts und auch mal mit starkem Regen von hinten ab. Zwischenzeitlich gab es auch mal leichten Regen. Aber keinen oder warmen Regen gab es nie. Ich fühlte mich irgendwie an Forrest Gump erinnert, allerdings hörte der Regen beim Rheinsteig nicht auf…

rhex treppe klein

Der Drachenfels musste wie im letzten Jahr immer noch linksseitig umlaufen werden. Nach dem Anstieg wurden wir oben mit einer grandiosen Nichtsicht belohnt. Dichte Nebelsuppe, ca. 50 Meter Aussicht und gefühlte 7° C. Die armen Streckenposten. Vom Drachenfels ging es über meine Lieblingstrails wieder hinunter Richtung Rhein. Hier war erhöhte Aufmerksamkeit angesagt, die Treppenstufen waren sauglatt und der Trail selbst war… matschig. Hatte ich schon erwähnt, dass es matschig war?! Auch hier konnte man bei vielen Teilnehmern wieder kurze Akrobatikeinlagen bestaunen…

Ich fühlte mich ziemlich platt, bekam die Herzfrequenz gar nicht mehr richtig hochgezogen und hatte eine Zeit unter 3:00 Stunden schon lange abgeschrieben. Der Anstieg zur Löwenburg hinauf gab mir den Rest. In den steilen Stücken musste ich wieder in den Spaziergängermodus, fühlte mich total kraftlos und hatte das Gefühl, dass ich nicht vernünftig die Spur halten könnte. War ich froh als ich den längsten Anstieg des Tages geschafft hatte!

Von der Löwenburg aus ging es flotten Schrittes hinab ins Schmelztal. Letztes Jahr hatte ich hier superdicke Waden. Dank meiner Kompressionsstulpen spürte ich dieses Jahr nichts dergleichen. Unten überquerte ich schnell die Straße und begab mich in den letzten längeren Aufstieg des Tages. Als ich endlich – mal wieder im Spaziergängermodus – am Ende des Trampelpfads angekommen war und fast auf den Waldweg kam, hatte mich Christian von hinten wieder eingeholt. „Komm Sebastian, lass gehen“. „Hast ja Recht!“. Ich habe mich nochmal aufgerafft und mich die welligen Kilometer von ihm ziehen lassen.

rhex nebel klein

Dann kam der Abstieg durch die Schneise. Dieser ist schon bei normalem Wetter technisch anspruchsvoll. Ich war gespannt wie der dieses Jahr aussehen würde. Die Schneise hatte sich in einen Bach verwandelt! Da die Schuhe eh schon leicht feucht waren, lohnte es sich nicht, dem Bach auszuweichen. Die laufbarste Strecke führte nämlich zufällig genau durch den Bach. Also: Ab durch die Mitte. Schon sehr spaßig… :o)

Unten angekommen ging es dann die letzten Kilometer über Asphalt durch Bad Honnef. Hier fing Christian an zu schwächeln: „Ohhh, meine Waden!“. „Komm, lass gehen! Jetzt laufen wir zusammen zu Ende!“.  „Den da vorne kannst du noch schnappen!“. „Egal, auf den Platz kommt es auch nicht an.“. Wir sind dann gemeinsam durch Bad Honnef, die dämliche Überführung hoch, auf die Insel Grafenwerth und zusammen ab ins Ziel: „Da kommt das erste Duo des Tages!“.

rhex ziel kleinPlatz 28 ist es in 3:08 Stunden geworden. Gemeinsamer 4. Platz in der AK 35. Und ich war schnellster Läufer mit Rucksack. ;o) Nicht so gut wie letztes Jahr, aber doch ganz brauchbar.

Da es immer noch kübelte, habe ich mich nicht lange im Ziel aufgehalten, sondern bin ins Auto und mit Heizung auf „High“ nach Hause gefahren. Abends hatte ich bereits Kratzen im Hals und eine laufende Nase, die nächsten zwei Tage Fieber. Jetzt hatte ich auch die Erklärung für mein „Formloch“ in den Anstiegen…

Abgesehen von der doofen Erkältung, die ich offensichtlich schon während des Wettkampfs im Körper hatte, war es wieder ein geniales Rennen – trotz oder vielleicht gerade wegen des markanten Wetters. Wer nicht zum RHEX fährt, der ist wirklich selber Schuld!

Für Interessierte: Anbei noch die Diagramme aus meiner Polar RS800CX RUN. Rot = Herzfrequenz, dunkelrot = Höhe, blau = Pace.

rhex hf 2013 klein

Asics Fuji Trainer 2

 

Nachdem Asics im letzten Jahr bereits einen großen Wurf im Bereich „leichte Trailschuhe“ hingelegt und sich der „Fuji Trainer“ zu meinem Lieblings-Trailschuh 2012 etabliert hatte, war die Spannung in Bezug auf das Nachfolgemodell entsprechend groß.

Was soll ich sagen? Nach zwei Testläufen bei unterschiedlichsten Schneebedingungen bin ich schwer begeistert. Der Schuh ist im Vergleich zum Fuji Trainer 1 nochmal deutlich leichter (285 g in der Normgröße, 304 g in 12 bzw. 46,5) und tendiert vom Gewicht her in Richtung des Fuji Racer Modells vom letzten Jahr. So hat der Trainer 2 auch die gelochte Einlegesohle vom Racer „geerbt“.

Mit 8 mm Sprengung und einem relativ flachen, aber durchgängig ausgewogenen Sohlenaufbau, macht auch der neue Trainer wieder Lust auf schnelles Laufen. Das geht auf rutschigem Untergrund allerdings noch viel besser als mit dem Trainer 1, da Asics mit der neuen Sohle einen riesigen Schritt nach vorne gemacht hat!

Bislang konnte ich nur auf Schnee und glitschiger Straße testen, aber sowohl das Profil als auch die Gummimischung scheinen viel besser zu sein als beim Trainer 1. Mein erster Eindruck ist, dass dieser Schuh vom Grip her meinem ebenso gerne gelaufenen Speedcross nichts nachsteht.

Sobald ich auf Matsch und nassen Steinen testen konnte werde ich wieder berichten. Bis dahin bekommt der Fuji Trainer 2 von mir eine glatte 1 als Bewertung.

 

Laufbericht: Saisonausklang beim Untertage-Marathon 2012 in Sondershausen

Punkte

untertage_medaille_kleinStreckenlänge: 42,195 km (Gesamtstrecke)

Aufstieg: 1.100 HM, Abstieg: 1.100 HM (je Runde ca. 90 Höhenmeter)

Höchster Punkt: -440 Meter unter n. N.

Einstufung: sehr anstrengender Lauf Untertage

Besonderheit: Untertage Rundkurs (700 Meter Teufe) über 12 Runden; je Runde 3,47 km

Punkte

Höhenprofil (eine Runde; Höhe in Metern, Distanz in Kilometern):

hoehenprofil kl

Punkte

Untertage wie diesem (Melodie „Tage wie diese“  von den Toten Hosen)

„Untertage wie diesem, wünscht man sich nur Schnelligkeit,
Untertage wie diesem, laufen wir ne neue Zeit,
in diesem Schacht der Schächte, der uns so viel verspricht,
Erleben wir nur das Beste, und keine Sonne in Sicht.“

So sangen die Läufer vom Laufsportverein-Basel, die gemeinsam mit uns am Vorabend zum 11. Untertage-Marathon in Sondershausen in der Burg Großfurra gemeinsam am Tisch saßen, zur Melodie eines bekannten Songs der Toten Hosen. Sehr lustig! Gruß an dieser Stelle an die Baseler, um Rainer und Reto. Es hat wieder Spaß gemacht, mit euch gemeinsam am Tisch zu sitzen!

Dieses Jahr waren nur Andi und ich in Begleitung unserer Frauen nach Sondershausen angereist (Christoph hatte beschlossen mal ein Jahr auszusetzen), um eine offene Rechnung zu begleichen. Im letzten Jahr waren wir beide nach 3/4 der Marathonstrecke aufgrund von Muskelproblemen ausgestiegen. Das kann man ja nicht auf sich sitzen lassen. ;o) So ging es dieses Jahr also wirklich um Bestzeiten (wie in obigem Lied) und auch um Durchkommen.

Nach meinem durch eine Erkältung verkorksten zweiten Saisonhöhepunkt beim Frankfurt-Marathon, wollte ich wenigstens noch ein schönes Saisonende in Sondershausen haben. Zwar war ich wieder leicht erkältet – in unserer Familie waren Erkältungen im Stille-Post-Verfahren herumgereicht worden – ich fühlte mich aber besser als vor Frankfurt. Andi laborierte im Vorfeld mit einem Ziehen in der Wade und war daher vorsorglich mit Kinesio-Tapes bepflastert worden.

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Morgens nach dem Frühstück fuhren wir vom Hotel an der riesigen Halde entlang zum Brügman-Schacht, einem Kalisalz-Bergwerk, in dem in rund 700 Meter Teufe (Tiefe unter der Erdoberfläche) Salz abgebaut wird. Um Einnahmen aus fallenden Fördermengen zu kompensieren, hat man in Sonderhausen ein Untertage-Erlebnisbergwerk eingerichtet und veranstaltet dort auch mehrfach im Jahr Lauf- und Mountainbikeveranstaltungen Untertage. Vom Lauf im letzten Jahr wussten wir dieses Mal bereits, was uns erwartet: Ein knüppelharter Marathon. Rund 1.100 Höhenmeter bei 25° C Lufttemperatur und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30%.

Nach dem Abholen der Startunterlagen reihen wir uns in die lange Warteschlange am Schacht ein. In der Aufzugshalle ist es sehr zugig. Erstläufern kann man daher nur empfehlen sich dick anzuziehen und sich erst unten zu entkleiden! Mit einem rustikalen Industrieaufzug geht es in ca. 1 1/2 Minuten 700 Meter nach unten. Unten gelangen wir in den großen Empfangsbereich, entkleiden uns, nutzen die vorhandenen Toiletten und bereiten uns auf das Rennen vor. Aufgrund der Erfahrungen des letzten Jahres habe ich meine Ausrüstung geändert: Meinen Laufrucksack habe ich dabei – mit ca. einem Liter Iso – und führe außerdem Salztabletten mit (eigentlich beknackt, Salztabletten in ein Salzbergwerk mitzuschleppen ;o)), um meinen starken Flüssigkeitsverlust kompensieren zu können. Außerdem habe ich meine neue Stirnlampe dabei, eine Lenser HR7, die bislang nur einmal bei einem kurzen Testlauf zum Einsatz gekommen ist.

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Kurz vor 10:00 Uhr stellen wir uns im Startbereich auf. Unter den Läufern ist super Stimmung – alle klatschen in Vorfreude auf den Lauf mit. Der Startschuss fällt und nach einer kurzen Einführungsrunde geht es auf die eigentliche Strecke. Aufgrund von Versatzarbeiten ist auf der Strecke aus dem letzten Jahr eine Baustelle, so dass wir in diesem Jahr auf eine kürzere Strecke geschickt werden. Diese ist 3,47 km lang, hat rund 90 Höhenmeter und ist 12 Mal zu umrunden.

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Die ersten paar hundert Meter geht es über ein welliges Profil leicht bergauf. Nach rund 700 Metern kommt ein kurzer, knackiger Anstieg von rund 100 Metern Länge. Das Läuferfeld um mich herum hat sich schon auseinandergezogen und nur ein paar Läufer sind vor und hinter mir. Die Strecke knickt im 90° Winkel nach rechts ab und mündet in den ersten steilen Abstieg. Ich denke noch, „Ui. Das sieht aber glatt aus!“. Der Gedanke ist noch nicht ausgedacht und schon setzt es mich im hohen Bogen auf den Hintern. Glücklicherweise falle ich auf einen mit Salzstaub bedeckten Streckenteil, so dass ich mich nicht wirklich verletze. Nach ein paar Verwünschungen der Art „Schei..##?!?@@@#!“ rappele ich mich schnell wieder auf, laufe los und sehe noch wie mein Laufsensor vom Schuh abfliegt. Ich drehe schnell um, sammele unter weiteren Verwüschungen obiger Art den Sensor ein und befestige ihn wieder am Schuh. Das fängt ja gut an.

Etwas vorsichtiger laufe ich das Steilstück weiter hinunter. Nach einem kleinen Anstieg laufen wir durch ein gelbes Sicherheitstor und es folgt ein weiterer steiler Abstieg. Die Strecke knickt wieder im 90° Winkel ab und es folgt die zweite Verpflegungsstelle. Es folgen einige hundert Meter mit kaum Steigung. Am Ende des langen und breiten Tunnels knickt die Strecke dann im 45° Winkel scharf nach links unten ab und ich sehe einen weiteren steilen Abstieg vor mir. Unten ist die tiefste Stelle der Runde erreicht – etwa 770 Meter unter der Erdoberfläche. Die Temperatur beträgt hier gefühlte 35° C. Schön, dass es jetzt im 90° Winkel nach rechts in den längsten Anstieg geht. Parallel zu einem Förderband kämpfe ich mich den etwa 800 Meter langen unterirdischen Hügel hinauf. Im Mittelteil lässt die Steigung kurz nach, hier scheint allerdings ein Tyranosaurus Rex seine Pranken in die Strecke gehauen zu haben – so jedenfalls sehen die Spuren quer zur Strecke aus. Jurassic Park in the dark… Stolperfalle! Auf den letzten hundert Metern Anstieg kann ich dann bereits den Moderator und die Zuschauer im Start-/Zielbereich hören. Ich renne um die Kurve, sehe Nicole und Lilli am Rand stehen und biege schon in die zweite Runde ein.

Auf den ersten Runden merke ich, dass ich ganz gut in Form bin, mir die Wärme und Trockenheit aber ordentlich zusetzt. Ich greife daher an jeder Verpflegungsstelle mindestens einen Becher Wasser ab und trinke regelmäßig aus meinem Rucksack. Während ich die ersten Runden ziemlich alleine unterwegs bin, überrunde ich in der dritten Runde die ersten Teilnehmer und die Strecke ist stellenweise ziemlich voll. Zeit kostet das allerdings nicht, da sich immer eine Lücke findet. Mein Puls ist immer am Anschlag. In den Steigungen steigt meine Herzfrequenz bis auf 185 Schläge an, in den Abstiegen sinkt sie auf ca. 170 Schläge ab. Fast wie Intervalltraining. :o) Im Start-/Zielbereich sehe ich Andi an der Strecke stehen. Er gibt mir ein Zeichen, dass er ausgestiegen ist. Mist. Offensichtlich hat die Wade nicht gehalten.

Mit steigender Rundenzahl werden meine Rundenzeiten jeweils etwas langsamer. Ich habe aber mittlerweile ein gutes Tempo gefunden und komme immer noch alle Steigungen gut hoch. Zwischen den Deckenlampen gibt es immer dunkele Streckenabschnitte und ich bin wieder froh mit Stirnlampe unterwegs zu sein. Die Lenser leuchtet wirklich super – kein Vergleich zu meiner alten Stirnlampe und den Funzeln, die viele andere Teilnehmer dabei haben.

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In Runde zehn merke ich wie mir die Distanz und die Trockenheit zusetzen. Einen richtigen Einbruch erleide ich aber nicht. Vor allem die Vorstellung in meinem Kopf, dass es nach dieser Runde nur noch zwei weitere Runden sind, gibt enormen Auftrieb. Mittlerweile greife ich an jeder Verpflegungsstelle zwei Becher Wasser ab und habe trotzdem noch einen total trockenen Hals.

In Runde elf schaffe ich es erstmals nicht, den langen Anstieg komplett durchzulaufen. Ich habe den Eindruck, dass mir duselig würde, wenn ich weiterlaufen würde. Ich bin mir auf einmal auch gar nicht sicher, ob ich tatsächlich in Runde elf bin. Im Start-/Zielbereich rufe ich Andi zu „Wie viele Runden noch?“. „Letzte Runde, da geht noch was!“ kommt als Antwort. Ich freue mich und weiß, dass jetzt nichts mehr anbrennen kann. Mit dem Gedanken „nur noch einmal“ quäle ich mich die Steigungen hinauf und hinunter. In der letzten Steigung muss ich nochmal in den Gehmodus schalten. Gemeinsam mit einem Österreicher komme ich oben an und wie laufen gemeinsam durch das Ziel. 3:38 h, Platz 25 insgesamt (von 251 männlichen Finishern) und Platz vier (von 31) in meiner Altersklasse. Ich freue mich, ärgere mich allerdings ein wenig über den vierten AK-Platz. Der Dritte war allerdings vier Minuten vorher im Ziel. Ohne Frankfurt in den Beinen wäre das vielleicht möglich gewesen, so aber eben nicht.

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Im Veranstaltungsbereich treffen wir die Schweizer Gruppe aus unserem Hotel und plaudern noch nett. Anschließend geht es mit dem Aufzug wieder nach oben, dort fix unter die Dusche und dann nach Hause. Im Kopf läuft auch einen Tag später immer noch „Untertage wie diesem“. Ein tolles Erlebnis war es wieder. Und vielleicht greift Andi im nächsten Jahr ja nochmal an. Dann kann ich ihn ja nicht alleine lassen! ;o)

Mit einer 175er Durchschnittsherzfrequenz war ich sicher ziemlich am Anschlag. :o) Von allen bisher gelaufenen Läufen (inklusive der 4-Trails-Etappen) hat meine Polar Software mit 880 den höchsten Belastungsindex ausgerechnet und einen Energieverbrauch von 5.170 kcal ermittelt. Durch die trockene Luft und die relativ hohe Temperatur ist der Untertage-Lauf schon etwas besonderes und gehört mit seinen „nur“ 1.100 Höhenmetern trotzdem in die Kategorie „harter“ Lauf. Für alle Interessierten hier noch das Diagramm aus meiner Trainingssoftware.

hf kl

Abschließend noch ein paar Worte zur Ausrüstung:
Den Laufrucksack mitzunehmen war eine super Entscheidung. Würde ich sofort wieder machen, da ich so auch ausreichend Flüssigkeit zwischen den Verpflegungsstationen hatte und in den Taschen Platz für Gel und Salztabletten war. Im Gegensatz zum letzten Jahr, in dem ich richtig Gewicht verloren hatte, zeigte die Waage zu Hause nur ein Kilogramm weniger Körpergewicht an als normal.

Als Schuh würde ich eher auf den Salomon Speedcross wechseln oder meinen Asics Fuji Trainer anziehen als nochmal den genutzten Asics DS Trainer.

Und zur neuen Streckenführung:
Die neue Streckenführung kam mir lauftechnisch entgegen, da die Steigungen laufbarer waren. Gleichzeitig war die Versorgungsdichte höher, weil die Verpflegungsstationen näher zusammen waren als im letzten Jahr. Somit würde ich den Lauf durch die neue Strecke geringfügig leichter einstufen. Nachteilig habe ich es empfunden, dass man eigentlich immer andere Läufer im Sichtfeld hatte. Auf der längeren Strecke war es einsamer, was der Atmosphäre etwas besonderes gegeben hatte.

Spezieller Dank gilt meiner Frau: a) für die Begleitung, b) für die tollen Fotos und c) dass sie diesen Irrsinn duldet… :o)

Laufbericht: Frankfurt-Marathon 2012

Punkte

Streckenlänge: 42,195 kmfra_2011_klein

Aufstieg: ca. 40 HM, Abstieg: ca. 40 HM

Höchster Punkt: 127 Meter

Einstufung: sehr schneller, flacher Stadtmarathon in toller Kulisse

Besonderheit: Zieleinlauf in die Frankfurter Festhalle! Total genial!

Punkte

Höhenprofil (barometrische Messung):

frankfurt_hoehenprofil_klein

Von Höhenprofil zu sprechen, ist eigentlich nicht angemessen, da die Höhendifferenzen minimal sind (achtet auf die Skalierung!). Auch ich habe als maximale Differenz (tiefster Punkt, höchster Punkt) die vom Veranstalter angegebenen 27 Höhenmeter gemessen. Tendenziell geht es auf den letzten 12 km nochmal leicht „bergauf“.

Punkte

Bis Mitte Oktober sahen die Vorzeichen für die Aktion Sub3h beim Frankfurt-Marathon eigentlich gut aus: Der P-Weg-Halbmarathon verlief deutlich besser als letztes Jahr und auch 14 Tage vorher lief es beim Staffelmarathon am Baldeneysee gut (wir: Markus, Frank, Sven vom TriSpeed-Herscheid und ich machten immerhin den 3. Platz) und die Zielzeit von 3 Stunden schien durchaus realistisch.

Am Baldeneysee war es aber ziemlich kalt und so hatte ich offensichtlich ein gutes „open window“ mit nach Hause gebracht, durch das mir meine Tochter ihre „Rüsselpest“ hereinreichen konnte. 10 Tage vor Frankfurt plagten mich plötzlich starke Halsschmerzen, massiver Schnupfen und ein leichter Husten. Getreu dem Motto „Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie“ hatte ich noch Hoffnungen, bis Frankfurt erkältungsfrei zu sein. Im Tapering habe ich die Trainingseinheiten komplett auf Regeneration heruntergefahren, um kein Risiko einzugehen. Also alles andere als eine optimimale Vorbereitung. Einen Tag vor dem Start waren alle Symptome verschwunden, lediglich einen leichten Schnupfen hatte ich noch.

Ich habe am Samstag noch überlegt, ob ich tatsächlich starte, mich dann aber aufgrund des besser werdenden Schnupfens dafür entschieden.

Die Temperaturen am Marathon-Sonntag waren alles andere als ideal. Durch einen massiven Temperatursturz war das Thermometer binnen weniger Tage um über 20° C abgestürtzt und morgens um 7:00 Uhr waren es in Frankfurt frostige -2°C. Laut Aussage der Wetterfrösche gibt es solch massive Temperaturstürze alle 20-30 Jahre. Toll, dass das unmittelbar vor dem Frankfurt-Marathon sein muss.

Laut Prognosen sollten die Temperaturen im Tagesverlauf auf maximal 5° C ansteigen. Eine schwierige Frage war daher die Wahl sinnvoller Kleidung: Ich habe mich letztlich für ein Langarm-Kompressionsshirt entschieden, über das ich noch ein normales Kurzarm-Funktionsshirt gezogen habe. Unten waren kurze Hose und Kompressionssocken gesetzt. Abgerundet wurde die Kleiderwahl von Handschuhen und einer Funktionsmütze.

Auf dem Vorplatz der Festhalle trafen wir noch auf Markus (Marathon-Neuling) und seine Frau. Markus und ich mussten uns dann in unsere Startblöcke sortieren während unsere Frauen als Anfeuer-Duo an die Strecke gingen. Das Einsortieren in den Asics-Block gestaltete sich äußerst schwierig, da es nur einen Eingang gab. An den Veranstalter: Warum nicht mehrere Eingänge, an die ungefähre Zielzeiten geschrieben werden? Mir blieb letztlich nichts anderes übrig als über den Absperr-Zaun zu klettern. Da der Startblock bereits gerammelt voll war, stand ich dann auch noch deutlich weiter hinten als im letzten Jahr. Das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt, da ich mich letztes Jahr bereits zu weit hinten eingeordnet hatte.

Mit dem Startschuss galt es also erstmal viele zu weit vorne einsortierte Läufer zu überholen, gleichzeitig aber nicht zu sehr auf das Tempo zu drücken. Nachdem ich die ersten Kilometer absolviert und ein wenig in mich hineingehorcht hatte, wusste ich bereits: Das wird heute schwer. Irgendwie fühlte ich mich nicht so locker wie bei den letzten Wettkämpfen. Beim geplanten und eigentlich erprobten Tempo liegt die Herzfrequenz 3-4 Schläge zu hoch und damit über meiner individuellen Schwelle. Mein Körper baut folglich mehr Laktat ab als auf. Ich setzte alles auf eine Karte und versuchte mein Tempo hoch zu halten, um zumindest so lange wie möglich meine angepeilte Zielzeit anzustreben. Dass das nach hinten raus nicht gut gehen kann, ist aus sportwissenschaftlicher Sicht eigentlich vorhersehbar…

Die Strecke macht auch in diesem Jahr wieder Spaß: Viele Zuschauer stehen an der Straße, die Stimmung ist gut und abgesehen von den Temperaturen passt auch das Wetter, da die Sonne eigentlich durchgängig scheint. Immer wieder kommt man an Streckenfesten vorbei, an dem einen laute Musik ein Stück der Strecke begleitet.

Den Halbmarathonpunkt überquere ich mit 1:29:30 h. Nur geringfügig schneller als im letzten Jahr und langsamer als geplant. Und ich fühle mich schon ganz schön k.o. Die zweite Mainüberquerung, zurück auf die nördliche Seite, stellt bereits eine ganz schöne Anstrengung für mich dar.

In Höchst kommen mir Markus und Frank entgegen, die ca. vier Minuten vor mir liegen müssen. Den leichten Anstieg komme ich noch gut hinauf und ich versuche noch ein wenig zu drücken. Die Kilometerzeiten werden allerdings langsam schlechter und mir wird bewusst, dass ich die 3 Stunden-Marke wohl wirklich nicht werde halten können. Jetzt kommen bald die langen Geraden, die nicht gut für meinen Kopf sind.

Die Kilometerzeiten brechen mir langsam weg und seltsamerweise kann ich dem nichts entgegensetzen. Normalerweise kommt jetzt die Phase, in der die Herzfrequenz in den Bereich jenseits der 180 Schläge/Minute geht. Aber ich kann einfach nicht. Die Beine sind schlapp, ich habe einfach keine Kraft. Außerdem habe ich immer diesen blöden Gedanken im Hinterkopf, dass die Erkältung noch nicht ganz ausgestanden ist.

So wie ich kann, laufe ich die langen Geraden Richtung Innenstadt weiter, wohlwissend, dass die Zeit dahin ist und ich wohl auch die Zeit vom letzten Jahr nicht mehr erreichen kann. Stattdessen versuche ich mal die Umwelt bewusster wahrzunehmen. Unglaublich wie viele Zuschauer am Opernplatz und auf der Zielgeraden Richtung Messeturm stehen.

Direkt vor dem Eingang in die Festhalle sehe ich Steffi und meine Frau stehen und statt eines Zielspurts genieße ich einfach den Zieleinlauf in diese bombastische Kulisse. Die Festhalle ist einfach ein Highlight in Frankfurt. 03:09:30 h. Weit vorbei an meiner Zielzeit und das, obwohl die Testläufe allesamt positiv waren. Naja, ich schreibe das Ergebnis meiner Erkältung zu und werde im nächsten Jahr einen neuen Versuch starten. Schließlich geht auch von 03:09 h die Welt nicht unter. :o)

Im Ziel ärgere ich mich, dass es keinen Kuchen gibt (den ich einfach nicht gefunden habe – wahrscheinlich zu wenig Blut im Kopf), hole mir stattdessen ein leckeres alkoholfreies Bier und begebe mich zum vereinbarten Treffpunkt, an dem mich meine Frau in Empfang nimmt.

Gemeinsam leisten wir Steffi in der Festhalle Gesellschaft, genießen die Atmosphäre und warten auf Markus, der schließlich grinsend in die Halle läuft und seinen ersten Marathon im selbstgesetzten Ziel unter 4h abschließt. Glückwunsch dazu!

Meine Frau und ich verabschieden uns Richtung Hotel. Ich dusche noch schnell und dann geht es nach Hause.

Spaß gemacht hat er wieder, der Frankfurt-Marathon – auch wenn das Zeitziel nicht aufgegangen ist. Jetzt muss ich schnell auf Regeneration schalten, damit ich in drei Wochen fit für den Untertage-Marathon bin! :o)