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Laufbericht: Frankfurt-Marathon 2012

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Streckenlänge: 42,195 kmfra_2011_klein

Aufstieg: ca. 40 HM, Abstieg: ca. 40 HM

Höchster Punkt: 127 Meter

Einstufung: sehr schneller, flacher Stadtmarathon in toller Kulisse

Besonderheit: Zieleinlauf in die Frankfurter Festhalle! Total genial!

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Höhenprofil (barometrische Messung):

frankfurt_hoehenprofil_klein

Von Höhenprofil zu sprechen, ist eigentlich nicht angemessen, da die Höhendifferenzen minimal sind (achtet auf die Skalierung!). Auch ich habe als maximale Differenz (tiefster Punkt, höchster Punkt) die vom Veranstalter angegebenen 27 Höhenmeter gemessen. Tendenziell geht es auf den letzten 12 km nochmal leicht „bergauf“.

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Bis Mitte Oktober sahen die Vorzeichen für die Aktion Sub3h beim Frankfurt-Marathon eigentlich gut aus: Der P-Weg-Halbmarathon verlief deutlich besser als letztes Jahr und auch 14 Tage vorher lief es beim Staffelmarathon am Baldeneysee gut (wir: Markus, Frank, Sven vom TriSpeed-Herscheid und ich machten immerhin den 3. Platz) und die Zielzeit von 3 Stunden schien durchaus realistisch.

Am Baldeneysee war es aber ziemlich kalt und so hatte ich offensichtlich ein gutes „open window“ mit nach Hause gebracht, durch das mir meine Tochter ihre „Rüsselpest“ hereinreichen konnte. 10 Tage vor Frankfurt plagten mich plötzlich starke Halsschmerzen, massiver Schnupfen und ein leichter Husten. Getreu dem Motto „Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie“ hatte ich noch Hoffnungen, bis Frankfurt erkältungsfrei zu sein. Im Tapering habe ich die Trainingseinheiten komplett auf Regeneration heruntergefahren, um kein Risiko einzugehen. Also alles andere als eine optimimale Vorbereitung. Einen Tag vor dem Start waren alle Symptome verschwunden, lediglich einen leichten Schnupfen hatte ich noch.

Ich habe am Samstag noch überlegt, ob ich tatsächlich starte, mich dann aber aufgrund des besser werdenden Schnupfens dafür entschieden.

Die Temperaturen am Marathon-Sonntag waren alles andere als ideal. Durch einen massiven Temperatursturz war das Thermometer binnen weniger Tage um über 20° C abgestürtzt und morgens um 7:00 Uhr waren es in Frankfurt frostige -2°C. Laut Aussage der Wetterfrösche gibt es solch massive Temperaturstürze alle 20-30 Jahre. Toll, dass das unmittelbar vor dem Frankfurt-Marathon sein muss.

Laut Prognosen sollten die Temperaturen im Tagesverlauf auf maximal 5° C ansteigen. Eine schwierige Frage war daher die Wahl sinnvoller Kleidung: Ich habe mich letztlich für ein Langarm-Kompressionsshirt entschieden, über das ich noch ein normales Kurzarm-Funktionsshirt gezogen habe. Unten waren kurze Hose und Kompressionssocken gesetzt. Abgerundet wurde die Kleiderwahl von Handschuhen und einer Funktionsmütze.

Auf dem Vorplatz der Festhalle trafen wir noch auf Markus (Marathon-Neuling) und seine Frau. Markus und ich mussten uns dann in unsere Startblöcke sortieren während unsere Frauen als Anfeuer-Duo an die Strecke gingen. Das Einsortieren in den Asics-Block gestaltete sich äußerst schwierig, da es nur einen Eingang gab. An den Veranstalter: Warum nicht mehrere Eingänge, an die ungefähre Zielzeiten geschrieben werden? Mir blieb letztlich nichts anderes übrig als über den Absperr-Zaun zu klettern. Da der Startblock bereits gerammelt voll war, stand ich dann auch noch deutlich weiter hinten als im letzten Jahr. Das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt, da ich mich letztes Jahr bereits zu weit hinten eingeordnet hatte.

Mit dem Startschuss galt es also erstmal viele zu weit vorne einsortierte Läufer zu überholen, gleichzeitig aber nicht zu sehr auf das Tempo zu drücken. Nachdem ich die ersten Kilometer absolviert und ein wenig in mich hineingehorcht hatte, wusste ich bereits: Das wird heute schwer. Irgendwie fühlte ich mich nicht so locker wie bei den letzten Wettkämpfen. Beim geplanten und eigentlich erprobten Tempo liegt die Herzfrequenz 3-4 Schläge zu hoch und damit über meiner individuellen Schwelle. Mein Körper baut folglich mehr Laktat ab als auf. Ich setzte alles auf eine Karte und versuchte mein Tempo hoch zu halten, um zumindest so lange wie möglich meine angepeilte Zielzeit anzustreben. Dass das nach hinten raus nicht gut gehen kann, ist aus sportwissenschaftlicher Sicht eigentlich vorhersehbar…

Die Strecke macht auch in diesem Jahr wieder Spaß: Viele Zuschauer stehen an der Straße, die Stimmung ist gut und abgesehen von den Temperaturen passt auch das Wetter, da die Sonne eigentlich durchgängig scheint. Immer wieder kommt man an Streckenfesten vorbei, an dem einen laute Musik ein Stück der Strecke begleitet.

Den Halbmarathonpunkt überquere ich mit 1:29:30 h. Nur geringfügig schneller als im letzten Jahr und langsamer als geplant. Und ich fühle mich schon ganz schön k.o. Die zweite Mainüberquerung, zurück auf die nördliche Seite, stellt bereits eine ganz schöne Anstrengung für mich dar.

In Höchst kommen mir Markus und Frank entgegen, die ca. vier Minuten vor mir liegen müssen. Den leichten Anstieg komme ich noch gut hinauf und ich versuche noch ein wenig zu drücken. Die Kilometerzeiten werden allerdings langsam schlechter und mir wird bewusst, dass ich die 3 Stunden-Marke wohl wirklich nicht werde halten können. Jetzt kommen bald die langen Geraden, die nicht gut für meinen Kopf sind.

Die Kilometerzeiten brechen mir langsam weg und seltsamerweise kann ich dem nichts entgegensetzen. Normalerweise kommt jetzt die Phase, in der die Herzfrequenz in den Bereich jenseits der 180 Schläge/Minute geht. Aber ich kann einfach nicht. Die Beine sind schlapp, ich habe einfach keine Kraft. Außerdem habe ich immer diesen blöden Gedanken im Hinterkopf, dass die Erkältung noch nicht ganz ausgestanden ist.

So wie ich kann, laufe ich die langen Geraden Richtung Innenstadt weiter, wohlwissend, dass die Zeit dahin ist und ich wohl auch die Zeit vom letzten Jahr nicht mehr erreichen kann. Stattdessen versuche ich mal die Umwelt bewusster wahrzunehmen. Unglaublich wie viele Zuschauer am Opernplatz und auf der Zielgeraden Richtung Messeturm stehen.

Direkt vor dem Eingang in die Festhalle sehe ich Steffi und meine Frau stehen und statt eines Zielspurts genieße ich einfach den Zieleinlauf in diese bombastische Kulisse. Die Festhalle ist einfach ein Highlight in Frankfurt. 03:09:30 h. Weit vorbei an meiner Zielzeit und das, obwohl die Testläufe allesamt positiv waren. Naja, ich schreibe das Ergebnis meiner Erkältung zu und werde im nächsten Jahr einen neuen Versuch starten. Schließlich geht auch von 03:09 h die Welt nicht unter. :o)

Im Ziel ärgere ich mich, dass es keinen Kuchen gibt (den ich einfach nicht gefunden habe – wahrscheinlich zu wenig Blut im Kopf), hole mir stattdessen ein leckeres alkoholfreies Bier und begebe mich zum vereinbarten Treffpunkt, an dem mich meine Frau in Empfang nimmt.

Gemeinsam leisten wir Steffi in der Festhalle Gesellschaft, genießen die Atmosphäre und warten auf Markus, der schließlich grinsend in die Halle läuft und seinen ersten Marathon im selbstgesetzten Ziel unter 4h abschließt. Glückwunsch dazu!

Meine Frau und ich verabschieden uns Richtung Hotel. Ich dusche noch schnell und dann geht es nach Hause.

Spaß gemacht hat er wieder, der Frankfurt-Marathon – auch wenn das Zeitziel nicht aufgegangen ist. Jetzt muss ich schnell auf Regeneration schalten, damit ich in drei Wochen fit für den Untertage-Marathon bin! :o)

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